Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger Teil 1

Der Geisterjäger John Sinclair ist seit 1973 und 2200 Romanheften unterwegs im Kampf gegen das Böse. Er ist damit der erfolgreichste in diesem Genre. Zuerst dachte ich das es sich bei der Geschichte um die des echten John Sinclair in seiner Kindheit dreht, aber schnell ist mir klar geworden, dass das die Anfangsgeschichte völlig über den Haufen werfen würde. Dann ist mir der Sohn von Bill Connolly eingefallen, aber hier passt der Nachname nicht. Haben sie John jetzt etwa einen eigenen Sohn verpasst, nur um irgendwie Sinclair mit aufs Cover zu schreiben? Zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur den Namen des Hörspiels, weder das Buch noch der Klappentext von beiden war mir bekannt gewesen. Ich bin also ziemlich skeptisch an dieses Hörspiel gegangen. Hat es mir gefallen? Seht einfach was ich darüber denke…

Der 12-jährige Johnny Sinclair lebt auf einem alten Schloss irgendwo in Schottland. Seine Eltern sind beruflich viel unterwegs und deswegen passt die, nicht ganz so talentierte, Voodoo-Priesterin Cécile auf den Jungen auf. Das ist auch gut so, denn im Schloss gehen vier Geister um die Johnny Sinclair an den Kragen wollen. Sein Traumberuf ist Geisterjäger, genau wie sein großes Vorbild Oberinspektor John Sinclair vom Scotland Yard. Jedes seiner Bücher hat er bereits gelesen. Nur zu gern möchte er das Problem mit den Geistern im Schloss gelöst haben und schreibt seinem Namensvetter und bittet ihm um Hilfe. Die Antwort vom Scotland Yard ist ernüchternd: Sie kennen keinen John Sinclair! Als er eines Tages auf dem Weg nach Hause im Moor von einem unheimlichen Wesen angegriffen wird und entkommt, trifft er auf Erasmus von Rothenburg. Mit seiner Hilfe entschließt sich der Junge dazu dem Spuk selber ein Ende zu setzen.

Verantwortlich für die Bücher von Johnny Sinclair ist die in Hamburg geborene Sabine Städing. Schon zur Zeit ihres Abiturs brachte sie, mit ein paar Freunden, das Punk-Fanzine „Plastik“ heraus. Ihr erstes Buch „Magnolia Steel – Hexendämmerung“ schrieb sie für ihre Kinder. In den folgenden Jahren hat sie erfolgreiche Bücher über „Petronella Apfelmus“ und „Die Fox-Girls“ geschrieben bevor Sabine Städing sich an die Arbeit um den jungen Johnny Sinclair gemacht hat. Das erste Buch „Beruf: Geisterjäger“ erschien 2017 im Baumhaus Verlag.

Anders als beim großen Vorbild John Sinclair ist die Gewaltdarstellung gar nicht vorhanden. Im Hörspiel gibt aber gruselige Szenen bei denen sich ein 10-jährigen schon unter die Bettdecke verkriechen kann. Besonders die Szene als Johnny den Eulenturm heraufsteigt um in das Arbeitszimmer seiner Eltern zu kommen und dabei die Lichter kaputt gehen. Das gruseligste ist wohl aber die Szene in der Johnny durch das Moor nach Hause laufen möchte und auf ein schreckliches Wesen trifft. Da fühlte ich mich leicht an das Zusammentreffen von Atréju und dem Gmork in „Die unendliche Geschichte“ erinnert.

Sabine Städing hat aber auch Momente zum Schmunzeln und Lachen in die Geschichte geschrieben. Die Kommentare von Erasmus sind für ein Kind hier und da zum Lachen. Richtig gut kommt es bei der Wahrsagestunde mit Cécile und den beiden Cartwright Schwestern, die gerne Wissen möchten wo ihre verstorbene Schwester ihr Geld versteckt hat.

Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger Teil 1 Folgenreich Hörspiel
Beruf: Geisterjäger Teil 1

Auf dem Regiestuhl hat, John Sinclair und Dorian Hunter, Regisseur Dennis Ehrhardt seinen Platz eingenommen. Der Schauspieler, Synchronsprecher und Kinderbuchautor Dirk Petrick spricht den namensgebenden Titelhelden. Vielen ist er als Stimme von Pinocchio in der Titania Medien Produktion bekannt. Auch wenn Dirk Petrick eine gute Arbeit mit Johnny Sinclair macht, frage ich mich warum ein über 40-jähriger einen 12-jährigen sprechen muss.

Als Voodoo-Priesterin Cécile tritt die französischstämmige Lène Calvez auf den Plan. Ihre tiefe Stimme und Akzent verpassen der Figur das gewisse etwas. Als letzter Sprecher ist Wolf Frass als der sprechende Totenschädel Erasmus von Rothenburg mit von der Partie. Für einen Erzähler ist seine Stimme gut geeignet aber wenn ich mir vorstelle ein Totenschädel mit dieser Stimme… irgendwie will da der Funke nicht bei mir überspringen. Vielleicht hätten die Rollen des Erzählers und Erasmus von unterschiedlichen Stimmen gesprochen werden sollen. Das Problem ist dann wohl das Buch gewesen in dem Erasmus wohl auch die Rolle des Erzählers zugewiesen sein wird.

Bin ich am Anfang skeptisch gewesen, ist diese nach dem zweiten Durchhören verflogen. Die neue Hörspiel-Serie Johnny Sinclair erfindet das Rad zwar nicht neu aber weiß zu unterhalten und wird den einem oder anderem Kind das Gruseln lehren. Die erste Folge des Spin-Offs zu John Sinclair dient indirekt dazu die Charaktere einzuführen. Das ist auch gut gelungen, dafür hat das Hörspiel seine Strecken, auf denen nicht viel passiert. Eine letzte Frage stelle ich mir aber zum Schluss und die kann ich nicht wirklich beantworten: „Ist Johnny Sinclair einfach nur zum Schröpfen der Sinclair-Lizenz da?“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=3cwRPA6WSrQ
Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://open.spotify.com/album/5cVvXAY27ou4P8vsbp2LF3?si=6E8XlNm3Tnyl32ecyKBvdA

Sprecher

Johnny Sinclair - Dirk Petrick
Erasmus von Rothenburg - Wolf Frass
Cécile - Lène Calvez
Russell Moore - Leon Blaschke
Mrs Cartwright - Carmen-Maja Antoni
Mr Hopps - Bert Franzke
Barty Bell - Tim Kreuer
Alfie Foster - Sven Plate
Mr Butler - Helmut Zierl
Mrs Adams - Ursula Sieg
Millie Edwards - Sarah Madeleine Tusk
Malcolm Sinclair - Johannes Steck
Evelyn - Luzie Buck
Busfahrer - Uli Krohm

Produktion

Dialogbuch und Sprachregie: Dennis Ehrhardt
Schnitt, Audiogestaltung und Mischung: Sebastian Breidbach, ear2brain productions
Buchvorlage: Sabine Städing
Illustration: Mareikje Vogler
Musik : mit freundlicher Genehmigung von Universal Publishing Production Music
Label: Folgenreich
Genre: Jugendserie
Dauer: ca. 59 Minuten
Veröffentlicht: 2018

Fazit

Beruf: Geisterjäger Teil 1 von
Sprecher: 3,5/5 | Geschichte: 3,5/5 | Musik: 3/5 | Cover: 3,5/5
Bewertung:
3,38 Punkte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.